
Immunologische
Tagesklinik
Ärztliche Leitung: Univ.-Prof. Dr. Martha Eibl
A-1090 Wien, Schwarzspanierstraße 15 / Stiege 1 / Tür 9
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Patienteninfo > Immunologie > Das
Immunsystem
Unser Immunsystem übernimmt die Aufgabe, Krankheitserreger, z.B. Bakterien,
Viren oder Pilze abzuwehren. Die Immunabwehr ist daher die Grundlage für
unsere Gesundheit und umfasst sowohl die Erkennung fremder Eindringlinge als
auch deren Bekämpfung. Nur wer den Feind erkennt, kann zielgerichtet gegen
ihn vorgehen.
Das Immunsystem setzt sich aus verschiedenen Zellsystemen zusammen. Dabei fällt
jedem einzelnen System eine ganz bestimmte Aufgabe zu. Während im Knochenmark
zum Beispiel ständig neue Zellen für eine Immunabwehr produziert werden, übernehmen
andere Organe deren Schulung und Spezialisierung. Ein optimaler Schutz vor Krankheitserregern
ist aber nur durch das Zusammenwirken aller Komponenten des Immunsystems gewährleistet.
Die ersten Organe, die das Eindringen von Fremdkörpern verhindern, sind
Haut, Atemwegsschleimhaut und Darm.
Folgende Systeme sind an unserer Immunabwehr
beteiligt:
Haut
Atemwegsschleimhaut
Darm
Knochenmark
Thymus
Milz
Lymphbahnen
Blutbahn
Die Haut ist der Schutzmantel
unseres Körpers.
Ein saurer Fettfilm an der
Oberfläche verhindert das Eindringen von Keimen. Aber schon die kleinste
Hautverletzung, ein Stich, ein Kratzer oder ein Schnitt zerstört den Schutzmantel
und ermöglicht es Fremdkörpern in den Körper einzudringen. Für
diesen Fall sind die Fresszellen gerüstet,
die im Gewebe unter der Haut
sitzen. Sie quetschen sich durch die Gefäßwand und fressen die Eindringlinge
auf. Manche von ihnen werden bei diesen Einsatz selbst vernichtet. Gemeinsam
mit den abgewehrten Fremdkörpern bilden sie dann Eiter, der sich in Wunden
sammelt.
Die Atemwegsschleimhaut reinigt
die Luft, die in unseren Körper gelangt von Keimen. Sie bedeckt die gesamten
Atemwege und funktioniert zunächst wie ein Filter: an einer klebrigen Schicht
bleiben die Fremdkörper hängen.
Von sogenannten Flimmerzellen werden sie dann über
den Rachen wieder nach
draußen transportiert.
Im Darm werden unerwünschte
Fremdstoffe,
die über die Nahrung in den
Körper dringen, abgewendet. M-Zellen entnehmen
ständig Proben der zugeführten
Nahrung, zerlegen sie und präsentieren die schädlichen Fremdkörper
den Immunzellen im darmspezifischen Lymphgewebe. Hier werden B-
und T-Zellen aktiviert und so eine Immunabwehr eingeleitet.
Das Knochenmark ist
die Produktionsstätte der meisten am Immunsystem beteiligten Zellen. Hier
befinden sich sogenannte Stammzellen, die ununterbrochen neue Zellen bilden.
Im Knochenmarkgewebsverbund beginnt die "Erziehung" zur Differenzierung
der später sehr effektiven und spezialisierten Zellen. Von hier werden
die Zellen dann durch die Blutbahn zu den
jeweiligen anderen Organen des Immunsystems transportiert, wo sie weiter entwickelt
und speziell geschult werden.
Der Thymus ist die
Schule der T-Zellen. Die aus dem Knochenmark
kommenden Zellen vermehren sich hier weiter und reifen. Ihre spätere
Aufgabe ist es zwischen eigenen und fremden Zellen zu unterscheiden und so
auch gefährliche Krankheitskeime zu erkennen. Die T-Zellen leiten dann
auch erste Schritte einer Immunabwehr ein.
Die Milz ist an die
Blutbahn angeschlossen und so etwas wie ein Zentrallager aller Immunzellen.
In ihr lagern Fresszellen, B- und T-Zellen.
Sie ist aber auch für die „Sauberkeit“ zuständig. Fremdkörper
in der Blutbahn werden zunächst von den Fresszellen aufgenommen. Diese
wandern damit zu den B- und T- Zellen und präsentieren ihnen Bruchstücke
der Eindringlinge. So können sich die B- und T-Zellen sich mit den Fremdkörpern
vertraut machen und eine Immunabwehr einleiten. B-Zellen sind dabei in der
Lage Abwehrstoffe sogenannte Antikörper herzustellen,
die genau auf einen Erregertyp abgestimmt sind.
Die Lymphbahnen erstrecken
sich über den ganzen Körper und beherbergen an strategisch wichtigen
Punkten wie z.B. Hals, Achselhöhle oder Leistengegend sogenannte Lymphknoten.
Diese Reinigungszentren säubern die Bahnen von alten Zellbruchstücken
und kontrollieren auch die von den Fresszellen beförderten Fremdkörper. Ähnlich
wie beim Lymphgewebe des Darms beginnt dann die körpereigene Abwehr.
Über die Blutbahn wird
die Verteidigungsarmee auf schnellstem Wege auch in die entlegensten Winkeln
unseres Körpers transportiert. Immunzellen, Botenstoffe und Antikörper bekämpfen
Eindringlinge vor Ort. Die Botenstoffe bringen die Informationen über
Fremdkörper an weitere Zellen und können so Verstärkung anfordern.
Immunzellen und Antikörper sind für die Abwehr zuständig.

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